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Arezzo - Toskana - Italien

Arezzo ist eine helle Hügelstadt sehr alten Ursprungs in der östlichen Toskana. Es war eine der größten Sitze der obersten etruskischen Magistratsbeamten, dann eine römische Stadt von strategischer Bedeutung, Mittelpunkt blühender wirtschaftlicher Tätigkeiten, reich an wertvollen Bauwerken, unter ihnen das Amphitheater mit bedeutenden Überresten. Berühmt waren seine Gießereien und die Fabriken kunstvoller Vasen in roter Farbe, die Corallini-Vasen, die in der ganzen römischen Welt Verbreitung fanden. Im Mittelalter war Arezzo freie Stadtrepublik (Comune), in der die gibellinischen Interessen im Gegensatz zum benachbarten wölfischen Florenz vorherrschten. Nach der Niederlage von Campaldino (1289) war seine Lage gefährdet. Trotz einer gewissen Erholung unter den Tarlati musste es sich ab 1384 der florentinischen Vorherrschaft beugen. Mit dem Rest der Toskana wurde es ein Bestandteil des mediceischen Großherzogtums.
 

  Arezzo - Toskana - Italien  
 

Arezzo liegt auf einem Hügel an der Grenze einer Ebene, die aus den Überschwemmungen des Arno entstand. An seiner Spitze ragen der Dom, das Rathaus und die Medici-Festung heraus. Von ihnen gehen fächerartig die wichtigsten Straßen abwärts bis zu den urbischen Toren. Der höchste Teil der Stadt bewahrt ausgesprochen mittelalterlichen Charakter, der allerdings auch von wertvollen Beispielen späterer Baukunst unterbrochen ist. Der Stadtteil, der mehr der Ebene zugehört, ist modern und betriebsam. Außer seiner touristischen Bedeutung bietet Arezzo auch für diejenigen Interesse, die zu den eigentlichen Aspekten seines Wirtschaftslebens Beziehungen haben, nämlich zu der Goldverarbeitenden Industrie, zur Bekleidungsbranche und der Elektronik. Dazu kommt ein Weitgespanntes Netz handwerklicher und kaufmännischer Unternehmen. Es fehlt nicht an wichtigen Gelegenheiten zu jährlichen kulturellen und kommerziellen Veranstaltungen: Der Concorso Polifonico Internazionale «Guido d'Arezzo» (Internationaler Sängerwettbewerb) und die «Mostra Internazionale di Oreficeria» (International Schmuckmesse). Die Kathedrale auf dem Gipfel des Hügels in ihrem schlanken, feierlichen toskanisch-gotischen Stil, bietet im Innern äußerst wertvolle Kunstwerke. Zu ihnen gehört die Magdalene Pieros della Francesca und die bemalten Fenster Guillaume de Marcillats. Santa Maria della Pieve ist die schönste romanische Kirche im aretiner Gebiet (12. Jh. und 13. Jh.) und sicher die charakteristischste der Stadt, deren Entstehung zur Zeit der freien Gemeinde (Comune) erfolgte. Ihr Glockenturm mit dem Beinamen «der hundert Löcher» (wegen der zahlreichen miteinander verbundenen Doppelbogenöffnungen) ist eines der Sinnbilder von Arezzo, während die üppige Dekoration der Fassade und der Apsis Stilmerkmale der Romanik von Pisa und Lucca aufweist, die durch die Strenge des luftigen Inneren gemäßigt wird.
 

  Arezzo Toskana  
 

Die Apsis der Pieve erhebt sich über der Piava Grande (vormals Vasari Platz), auf der (am dritten Sonntag im Juni und am ersten Sonntag im September) die Giostra del 5'araci (Sarazenen-Tumier), und am ersten Sonntag jeden Monats die Aretiner Antiquitätenmesse stattfindet. Piazza Grande ist eine wahre Blüte architektonischer Stile: vom Romanischen zur Gotik, zur Renaissance und zum Barok. Damit ist er einer der originellsten, organischsten und malerischsten Plätze Italiens. Neben den mittelalterlichen Häusern und Türmen und denen der folgenden Jahrhunderte befindet sich auf dem Platz der wertvolle Palazzo della Fraternita dei Laici (14.-16. Jh.) und der helle, imposante Loggiato (Säulengang) Vasaris (16.Jh.). In der Basilica di San Francesco kann man die außergewöhnlichen Fresken mit der «Leggenda della Vera Croce» (Legende des wahren Kreuzes) von Piero della Francesco (15.Jh.) bewundern. Piero war ein Sohn des aretinischen Gebietes, ebenso wie Masaccio, Paolo Uccello, Luca Signorelli, Michelangelo, Sansovino,Vasari, um nur die größten Maler und Bildhauer zu nennen. Die unerschütterlichen Episoden, die Piero schildert, locken Menschen der ganzen Welt nach Arezzo, dessen größter Ruhmestitel sie bedeuten.  Material von unschätzbarem Wert befindet sich im Museo Archeologico. Zu bewundern sind dort äußerst bedeutende Münzsammlungen, griechische und etruskische Vasen, Bronzefiguren und die schon erwähnten «corralinischen Vasen», deren Herstellung in der Spätzeit der römischen Republik und der Epoche des frühen Imperiums ihre höchste Blüte erreichte. Im Museo Statute d'Arte Medioevale e Moderna sind die größten aretinischen Künstler vertreten, angefangen bei Margaritone, zu Spinello und Bartolomeo della Gatta, zu Signorelli und Vasari. Ihnen gesellen sich vorzügliche Beispiele aus anderen italienischen und fremden Schulen zu. Den Gemälden, Skulpturen, Sammlungen von Elfenbeingegenständen, Siegeln, Münzen und Juwelen aus hoher Goldschmiedekunst sind zahlreiche Majoliken hinzuzufügen, die zu den bedeutendsten in Italien gehören. Sehr eindrucksvoll ist auch das Casa Vasari (Vasari Haus) mit seinem Museo Vasari, ein ungewöhnliches Beispiel eines Künstlerhauses. Noch andere Gebäude der Stadt bezeugen durch ihre Schönheit und stilistische Originalität die aretinische Zivilisation und ihre Bedeutung in den verschiedenen geschichtlichen Epochen. Unter ihnen verdient Erwähnung die Kirche San Domenico mit einem herrlichen Kruzifix Cimabues, der Portico di Santo Maria delle Grazie, der erste mit Säulengängen versehene Platz der Renaissance, die mit ihren außergewöhnlichen Malereien, und die Renaissancekirchen Santa Maria in Gradi und SS.Annunziata.

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